Bei strahlendem Herbstwetter und milden Temperaturen feierte das Bergheim Unterjoch am vergangenen Wochenende sein 75-jähriges Bestehen. Zwei Tage lang wurde gemeinsam mit bis zu 300 Gästen gelacht, gesungen, erinnert und gefeiert – mit vielen, die das Haus über Jahrzehnte geprägt und begleitet haben.
Auch Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. In ihrem Grußwort beim Festgottesdienst in der Kirche Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit betonte sie die Verbundenheit der Gemeinde mit dem Bergheim als einem Ort christlicher Gastfreundschaft. Besonders dankte sie dem Hausleiter-Ehepaar Katharina und Frieder Klöckner, die sich auch in vielfältiger Weise im Ort engagieren.
Ein besonders bewegender Moment des Jubiläums war der Auftritt von Martin Rehm, dem damaligen Bauleiter des Bergheims – inzwischen 99 Jahre alt. Er berichtete, wie 1949 junge Menschen aus Deutschland, England, den USA, Russland, den Niederlanden und sogar Australien Seite an Seite am Bau des Hauses gearbeitet haben – nur wenige Jahre nach dem Krieg. Was damals viele für eine verrückte Idee hielten, wurde Wirklichkeit: In einer Zeit der Not und des Neuanfangs entstand ein Ort, der Hoffnung und Gemeinschaft im Geist Gottes verkörperte.
Heute blickt das Bergheim nicht nur auf eine reiche Geschichte zurück, sondern auch nach vorn: Geplant ist, das Haus barrierefrei zu gestalten, den Brandschutz zu erneuern und Raum für die Zukunft zu schaffen. Diese Vorhaben stellen eine Herausforderung dar – insbesondere in Zeiten knapper Mittel. Doch wer die Geschichte des Bergheims kennt, weiß: Große Dinge entstehen dort, wo viele mit Herz, Glauben und Tatkraft zusammenarbeiten.
Gisela Schweiker